AAGB

Die folgende kurze Einführung beschreibt und illustriert den strukturellen Aufbau des Bundes der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V., sowie die Schwerpunkte seiner Arbeit. Aktuell ist der AAGB bereits Anschlussverband im Deutschen Bundesjugendring (DBJR) und führt derzeit Gespräche zur Erlangung der Vollmitgliedschaft.

Der AAGB (Akronym aus dem türkischen Almanya Alevi Gençler Birliği - Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V.) ist die 1993 gegründete Jugendorganisation der Alevitischen Gemeinde Deutschland e.V. (AGD / AABF - www.alevi.com). Aktuell sind ca. 20.000 Mitgliedsfamilien unter dem Dach der AABF organisiert; im gesamten Jahr 2008 feierte die AABF ihr 20-Jähriges bestehen mit diversen Veranstaltungen in seinen Ortsvereinen und einem prunkvollen Empfang in der zur Zentrale der Gemeinde in Köln gehörenden Mehrzweckhalle. „Weltoffenheit und Toleranz, die Bereitschaft zum interreligiösen und interkulturellen Dialog, Positivismus und Humanismus sowie unser striktes Veto gegen religiösen Fundamentalismus und Nationalismus! Das sind wesentliche Eckpfeiler unseres Verständnisses" so der Bundesvorsitzende des AAGB Ali Dogan.

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Der AAGB versteht sich, wie es die Abbildung zeigt als Zusammenschluss von 75 Ortsjugenden (Stand 12/2008) als Vollmitgliedern, sowie weiteren 40 Anschlussjugenden bzw. 5 Landesverbänden (NRW, Baden-Württemberg, Bayern, Norden, Hessen), welche als verbindendes Glied zwischen dem Bundesvorstand und den Ortsjugenden angesehen werden können. Als Randinformation sollte gesagt werden, dass sich die Landesverbände nicht strikt an den realpolitischen Landesgrenzen orientieren sondern nach geografischen Gegebenheiten und zur Erzielung von Synergieeffekten, sowie einer verbesserten Kommunikation und Zusammenarbeit freier interpretiert werden müssen. So zum Beispiel ist die Alevitische Gemeinde Aschaffenburgs im Landesverband Hessen organisiert, obwohl die Stadt im Grunde in den Regierungsbezirk Bayerns fällt. Hierdurch ist auch eine erleichterte Betreuung des Ortsvereins durch die Landesvertreter sowie eine verbesserte Vernetzung mit aktiven Jugendlichen aus anderen Städten möglich. Der Landesverband Norden umfasst neben den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen auch die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Während bereits viele Ortsvereine schon Mitglied in dem jeweiligen Stadtjugendring sind, besitzen auch die Landesverbände den selbständigen Status „e.V.". Allesamt visieren sie eine Mitgliedschaft im Landesjugendring ihres Bundeslandes an, in Bayern wurde dieser Schritt bereits vollzogen.

Der basisdemokratische Verband wählt seinen Bundesvorstand in der ordentlichen Vollversammlung alle zwei Jahre zu der jede Ortsjugend zwei Delegierte entsenden kann (es gilt nach Satzung die Altersgrenze 16 - 27). Der Vorstand bestehend aus 7 Haupt- und 3 Ersatzmitgliedern und wählt anschließend in seiner konstituierenden Sitzung (männliche Bezeichnungen sollten im Weiteren als geschlechtsneutral angesehen werden) den Bundesvorsitzenden, seinen Stellvertreter, den Generalsekretär und den Kassierer als geschäftsführenden Vorstand. Die restlichen drei Hauptmitglieder und auch die bereis erwähnten Personen aus dem geschäftsführenden Vorstand können auch die Ämter der Koordinatoren (einer pro Landesverband) übernehmen. Der Koordinator ist erste Anlaufstelle für den Landesverband sowie die Ortsvereine. Er reflektiert dessen Anliegen in den Bundesvorstand, berichtet über den aktuellen Stand des Landes und koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Bund- und jeweiligem Landesverband. Der dreiköpfige Kontrollausschuss überwacht die finanziellen Tätigkeiten des Bundes und legt der Vollversammlung darüber einen Bericht vor. Die Disziplinarkommission wacht (auf schriftlichen Antrag) über die sonstigen Arbeiten der Personen im Verband. Ähnlich zum Bundesverband setzt sich auch der jeweilige Landesverband durch die Delegierten aus den Ortsvereinen zusammen, wobei die Regelungen bzgl. der Anzahl der Delegierten und der Altersbeschränkung sich voneinander unterscheiden können.

Die Schwerpunkte seiner Arbeit betitelt der Verband in seiner Satzung wie folgt:

  • Erhalt und Erforschung der alevitischen Lehre
  • Einsatz für ein gerechtes und friedliches Zusammenleben
  • Unterstützung, Beratung und Förderung Jugendlicher (Schüler / Studenten)
  • Einsatz für Menschenrechte, die Gleichstellung von Mann und Frau, die Freiheit aller Glaubensrichtung, die Rechte unterdrückter Minderheiten, die Integration ausländischer Jugendlicher und den Umweltschutz.
  • Motivation der Jugendlichen zu kritischem Denken und Handeln sowie zur demokratischen    Mitgestaltung aller gesellschaftlichen Lebensbereiche.
  • Interessenvertretung seiner Mitglieder in der Gesellschaft und versucht, diese in politische Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen.

 
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Inhaltlich werden Themen wie z.B. Jugendpolitik, Umweltpolitik, berufliche Perspektiven, Integrationspolitik, Diskriminierung jeder Art sowie Aufklärung in den Bereichen Kriminalität und Drogen behandelt. Insbesondere auf die überparteiliche politische und kulturelle Sensibilisierung der organisierten Jugendlichen hat die Alevitische Jugend ein Augenmerk gelegt. Zudem bietet der Verband interessante Freizeitbeschäftigungen für Jugendliche an und veranstaltet Bildungsseminare, Konferenzen, Theateraufführungen, Festivals, Kurse, Bildungsreisen, etc. Die Zusammenarbeit mit anderen Jugendverbänden aus Deutschland und Europa ist erwünscht und wird vom Verband angestrebt. Eine solche Zusammenarbeit fördert die gegenseitige Verständigung und das interkulturelle Lernen. Die Alevitische Jugend ist sich seiner Rolle als ein wichtiger Multiplikator im Bereich der Integrationspolitik bewusst. Die in dem Verband organisierten Jugendlichen verstehen sich jedoch als Teil der hiesigen Gesellschaft. Es ist somit auch ein Selbstzweck des Verbandes, diesen integrativen Gedanken in die gesamte Gesellschaft der Menschen mit Migrationshintergrund zu multiplizieren.